Herbstzeit ist Wellnesszeit:
Wohlfühl-Momente zuhause

Alle Jahre wieder: die Blätter sind farbig, die Tage werden kürzer, Regen und Nebel sind fast an der Tagesordnung – der Herbst hat Einzug gehalten. Grillabende bei Freunden und Badi-Besuche am Feierabend sind passé. Nutzen Sie stattdessen die Herbstzeit zum Entspannen. Süsses Nichtstun und Wohlfühl-Momente am Abend tun nicht nur der Seele gut, sondern verbessern auch die Schlafqualität nachhaltig.

Warm ums Herz mit Tee und heisser Milch

Ihre Finger sind noch klamm vom Regen und Wind? Dann hilft ein heisses Getränk zum Aufwärmen. Teeaufgüsse aus Melisse, Lavendel, Hopfen, Passionsblume und Baldrian wärmen nicht nur, sondern haben zudem eine schlaffördernde Wirkung. Wer keine Lust auf Tee hat: Auch eine Tasse warme Milch mit Honig hilft beim Entspannen. Milch beinhaltet nämlich eine relativ grosse Menge an L-Tryptophan, einer Aminosäure (Eiweissbaustein). L-Tryptophan kann vom Körper nicht selbst hergestellt werden und muss dementsprechend über die Nahrung aufgenommen werden. Sind die Aminosäuren einmal im Gehirn angekommen, bildet der Körper daraus Serotonin und anschliessend das Schlafhormon Melatonin. Der Fruchtzucker im Honig und die Wärme sorgen dafür, dass das L-Tryptophan rascher aufgenommen wird. Egal ob Tee oder heisse Milch: Mit einem warmen Bauch lässt es sich doch gleich viel besser ein- und durchschlafen.

Literarische Leckerbissen als Bettmümpfeli

Wer vor dem Einschlafen ein Buch liest, wird erwiesenermassen langfristig qualitativ besseren Schlaf haben. Woran liegt das? Ein spannendes Buch hilft uns, in die fiktive Welt der Geschichte einzutauchen und alles um uns herum zu vergessen. Sorgen und Stress, die schlechten Schlaf verursachen, werden ersetzt durch Kreativität und Fantasie. Wenn Sie immer kurz vor dem Zubettgehen lesen, schaffen Sie mit der Zeit eine Routine: Der Körper lernt, dass auf das Lesen stets der Schlaf folgt – dadurch verkürzt sich die Einschlafzeit nach einer Weile automatisch. Vorsicht aber beim Lesen auf Smartphone oder Tablet: Das helle Licht des Bildschirms unterdrückt die Melatonin-Ausschüttung, denn das Schlafhormon wird nur bei Dunkelheit ausgeschüttet. Wenn Sie trotzdem die Finger von Tablet & Co. nicht lassen können, empfehlen wir Ihnen eine entsprechende Software oder App, die den Bildschirm in Gelb- oder Orange-Töne einfärbt.
Sie haben nur alte Schmöker bei sich zuhause rumliegen oder sind ein Lesemuffel? Dann ist vielleicht ein Podcast oder Musik eine passende Alternative. Die SRF-Reihe Schreckmümpfeli etwa ist ein kultiges Krimikurzhörspiel, geschrieben von Schweizer Schriftstellern. Aber aufgepasst: Nur für starke Nerven!

Es liegt was in der Luft… Düfte zum Wohlfühlen

Haben Sie schon einmal vom französischen Schriftsteller Marcel Proust (1871-1922) gehört? Dann kennen Sie bestimmt den Madeleine-Effekt. Bei diesem Phänomen ruft ein Geschmack oder ein Geruch ganz bestimmte Erinnerungen hervor – wie es etwa bei der Madeleine-Szene bei Proust der Fall ist. Wie funktioniert das? Düfte gelangen über die Atemwege ins limbische System, wo auch unsere Emotionen erzeugt und Erinnerungen gespeichert sind. Düfte und Emotionen sind also eng miteinander verknüpft. Erinnert Sie vielleicht der Duft der Kerze Chalet an Ihre letzten Skiferien in den Bergen? Dann nutzen Sie diesen Effekt. In entspannter Stimmung lässt sich anschliessend viel leichter Schlaf finden.

Kuscheldecke, Wärmeflasche, Fussbad & Co.

Für Viele ist die Herbst- und Winterzeit die Kalte-Füsse-Zeit. Einschlafen ist dann ein Ding der Unmöglichkeit. Dem muss aber nicht so sein: Wollsocken oder Fussbäder schaffen Abhilfe gegen kalte Extremitäten, während Wärmeflaschen auch kalte Beine, verkrampfte Bäuche, gestresste Rücken oder verspannte Nacken wärmen. Zudem sorgen diese Wärmehilfen für Entspannung und Wohlbehagen. Medizin und Wellness in einem – was will man mehr? Mit diesen Hilfen sind Sie raschem Einschlafen und erholsamem Schlaf ein gutes Stück näher.
Eine Art Wärmeflasche gibt es übrigens schon seit Jahrhunderten: Sogenannte Wärmekugeln aus Gold, Kupfer oder Bronze wurden mit glühender Kohle oder heissem Eisen gefüllt und sorgten bis ins 18. Jahrhundert in der Kirche für warme Priesterfinger.

Ob ein heisser Tee, abendliches Lesen, ein angenehmer Duft oder eine Wärmeflasche – mit einfachen Mitteln und Methoden können Sie zuhause entspannende Wohlfühl-Momente schaffen und die Qualität Ihres Schlafes nachhaltig verbessern. Gut ausgeschlafen und erholt lässt es sich dann auch besser in den grauen Herbsttag starten.