Warum Bluthochdruck und Schlafmangel zusammenhängen können

Ein Senior sitzt auf dem Bett und misst seinen Blutdruck

Bluthockdruck ist als heutige Volkskrankheit gar nicht so selten, denn jeder vierte Schweizer leidet darunter. Begünstigt wird Bluthochdruck unter anderem durch Schlafmangel. Schon nach einer schlaflosen Nacht können wir die Effekte spüren. Erfahren Sie hier warum das so ist und was Sie dagegen tun können.

 

Was versteht man unter hohen Blutdruck und was ist ein optimaler Blutdruck?

Als optimaler Blutdruck gelten Werte bis 130/85. Im Tagesverlauf unterliegt der Blutdruck natürlichen Schwankungen: am Morgen ist er im Vergleich zur Nacht höher, senkt sich allerdings im Laufe des Tages wieder ein wenig ab. Wertunterschiede zwischen Mann und Frau sind normal und sollten beim Messen nicht miteinander verglichen werden. Von Bluthochdruck spricht man, wenn der Blutdruck bestimmte Werte überschreitet. Dies nennt man auch arterielle Hypertonie. Sie entwickelt sich meist nur langsam, weswegen Betroffene zunächst andere Ursachen für ihr Unwohlsein in Betracht ziehen. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann die Blutgefässe schädigen und das Herz belasten, weswegen Herz-Kreislauf-Krankheiten oft im Zusammenhang mit Bluthochdruck auftreten. Deswegen sollte der Blutdruck bei Verdacht regelmässig gemessen und die Werte aufgeschrieben werden. Beim Blutdruckmessen betrachtet man sowohl den oberen Blutdruckwert (systolisch) als auch den unteren Wert (diastolisch). Der obere sollte nicht über 140 mmHg sein, während der untere nicht über 90 mmHg liegen sollte. Von Bluthochdruck spricht man, wenn einer oder beide Werte gleichzeitig erhöht sind.

die Infografik zeigt die verschiedenen Blutdruckwerte

Wie Schlafmangel eine der Ursachen von Bluthochdruck sein kann

Normalerweise sollte bei gesunden Menschen der Blutdruck in der Nacht um etwa 10% bis 20% fallen. Allerdings geschieht das nicht immer. Durch schlechten oder zu wenig Schlaf kann dieser Abschwung verringert werden oder er bleibt sogar ganz aus. In Extremfällen kann es überdies zum nächtlichen Anstieg kommen, was mit einem doppelt so hohen Sterberisiko einhergeht. Generell begünstigt ein verminderter oder fehlender nächtlicher Blutdruckabfall Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte, Hirnschläge oder auch Nervenversagen. Denn durch den geringen oder schlechten Schlaf, werden Stresshormone und Entzündungsmediatoren vermehrt ausgeschüttet, weswegen der Blutzuckerstoffwechsel gestört wird. Dies führt unter anderem dazu, dass Gefässe schneller verkalken. Forschungen haben zudem ergeben, dass bereits 1 bis 2 Stunden weniger Schlaf zu erhöhtem Blutdruck führen können, da der Körper gestresst ist und das Herz schneller schlägt. Schlafen wir regelmässig weniger als sechs Stunden, bedeutet das ein um 60% erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines erhöhten Blutdrucks. Bestehen gleichzeitig auch noch Einschlaf- oder Durchschlafstörungen, steigt das Risiko für eine Hochdruckerkrankung um das Vierfache. In der Schweiz leiden ganze 1,5 Mio Menschen an Bluthochdruck. Nach Möglichkeit sollte man sich bei dauerhaftem Bluthochdruck im Schlaflabor untersuchen lassen.

Was Sie bei Bluthochdruck und schlechtem Schlaf tun können – unsere Tipps für Sie

Verzichten Sie auf einen alkoholischen Schlaftrunk

Alkohol treibt nicht nur den Puls und den Blutdruck in die Höhe, er lässt uns auch schlechter Durchschlafen. Zwar erleichtert er uns im ersten Moment das Einschlafen, die einzelnen Schlafphasen (Einschlaf-, Leichtschlaf-, Tiefschlaf- und Traumschlafphase) kommen aber dadurch durcheinander. Besonders in der zweiten Nachthälfte verfallen wir durch Alkohol in einen unruhigen Leichtschlaf. Probieren Sie es daher mit Tee als Alternative. Die Wärme hilft dem Körper zu entspannen und runterzufahren. Am besten eignen sich Baldrian, Melisse, Hopfen und Passionsblume, da diese auch schlaffördernde Substanzen enthalten. Sie können zudem bei stressbedingtem Bluthochdruck helfen.

Sorgen Sie für Entspannung

Sie können Schlafmangel und Bluthochdruck ebenfalls durch Entspannungsrituale vor dem Zubettgehen entgegenwirken. Eine regelmässige Wiederholung von Entspannungsübungen kann bei Bluthochdruck essenziell sein, da sie ein Gegenpol zum Alltagsstress bilden. Versuchen Sie es daher beispielsweise mit progressiver Muskelentspannung. Bei dieser Technik werden, beginnend bei den Zehen, einzelne Muskelpartien kurz angespannt und dann wieder entspannt. Halten Sie dabei die Spannung für einige Sekunden, bevor sie loslassen und arbeiten Sie sich von den Füssen, zu den Beinen, dem Rumpf, den Armen und zum Schluss zum Kopf hoch. Nehmen Sie sich bewusst Zeit für das «Herunterfahren» und schieben Sie Sorgen und Stress zur Seite.

Bewegen Sie sich regelmässig

Durch regelmässige Bewegung trainieren wir nicht nur unser Herz, auch die Fliess- und Gerinnungseigenschaften des Blutes und die Ausschüttung unserer Stresshormone werden verringert. Das senkt wiederum den Blutdruck auf natürliche Weise. Durch die Bewegung wird zudem das Hormon Adenosin, welches dafür sorgt, dass wir müde werden, ausgeschüttet. So kann ein gemütlicher Abendspaziergang neben den positiven weiteren Effekten, ebenfalls zu einem verbesserten Schlaf führen. Auch ein immer gleicher Zubettgehen-Rhythmus kann bei Bluthochdruck und Einschlafproblemen helfen, da der Körper sich daran gewöhnt, zu einer bestimmten Zeit müde zu werden.

Bico zeigt drei verschiedene Methoden, um gegen Bluthochdruck zu agieren

Fazit

Hypertonie – Bluthochdruck – kommt häufiger vor als erwartet. Sind Ihre Werte erhöht, sollten Sie sie im Auge behalten. Überwachen Sie auch ihren Schlafrhythmus, da Schlafmangel eine Ursache von Bluthochdruck sein kann. Sie können durch Alkoholverzicht und Entspannungsübungen sowie regelmässiger Bewegung Ihren Bluthochdruck natürlich senken und Ihren Schlaf verbessern.