Was mit uns passiert,
während wir schlafen

Haben Sie gut geschlafen? Wenn ja, so sind Sie heute sicher fit, um die Herausforderungen des Tages zu meistern. Wenn nicht, sind Sie höchstwahrscheinlich weniger leistungsfähig und leichter reizbar.

Der Schlaf in der Wissenschaft: die vier Schlafphasen

Nach einem langen, anstrengenden Tag überfällt einem die Müdigkeit unweigerlich. Alles, was wir dann wollen, ist uns ihr hinzugeben und einzuschlafen. Manchmal gelingt das, manchmal nicht. Was während des Schlafens mit uns passiert, ist äusserst faszinierend. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass wir in der Nacht bis zu dreissig Mal aufwachen, ohne es zu merken?

«Der Schlaf verläuft in vier Phasen: leicht, mittel, tief und REM (Rapid Eye Movement). Sie folgen in dieser Reihenfolge aufeinander und dauern gemeinsam ca. 70 bis 110 Minuten», erklärt Luise Deiters, Fachspezialistin für Betriebliches Gesundheitsmanagement am AEH Zentrum und Schlafexpertin.

Luise Deiters, Schlafexpertin am AEH

Während des Schlafens bemerken wir kaum, wie wir die vier Phasen durchlaufen, obwohl wir nach aussen ziemlich unruhig wirken können: Ausser in der REM-Phase sind wir ständig in Bewegung und wechseln bis zu 40 Mal unsere Schlafposition. Dennoch regeneriert sich der Körper zu dieser Zeit, und seine Aktivität wird stark heruntergefahren.

«Immer mehr Menschen leiden unter Schlafproblemen», so Deiters. Ein- und Durchschlafprobleme rühren entweder von physischen, insbesondere aber von psychischen Ursachen und können massive Auswirkungen auf Körper und Geist haben. Bis zu einem gewissen Grad können wir die Schlafdauer und -qualität allerdings selbst beeinflussen.

Welcher Schlaftyp sind Sie?

Die einen springen morgens förmlich aus dem Bett, andere sind kaum wachzukriegen. «Es wird im Wesentlichen zwischen Lerchen und Eulen unterschieden, also zwischen Frühaufstehern und nachtaktiven Personen», fasst Luise Deiters zusammen. Eine wichtige Voraussetzung, um gut und erholsam schlafen zu können, ist die richtige Zubettgehzeit herauszufinden, die sich bei Lerchen und Eulen unterscheidet. «Zudem ist es ausschlaggebend, dass genügend Schlafdruck vorhanden ist, der durch die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin und die Dauer der Wachzeit beeinflusst wird.» Es bringt also wenig, sich ins Bett zu legen, wenn man noch gar nicht wirklich schläfrig ist.

Es gibt aber andere Vorkehrungen, die getroffen werden können. Das beginnt bei der Wahl der Matratze mit dem richtigen Härtegrad und dem Schaffen der geeigneten Schlafatmosphäre durch Abdunkeln des Zimmers, geht über regelmässige Einschlaf- und Aufstehzeiten bis hin zu Einschlafritualen und abendlichen Entspannungsübungen, die unseren Parasympathikus stimulieren. Der Parasympathikus ist als Gegenspieler des für die Aktivität und Leistungsbereitschaft verantwortlichen Sympathikus für die Entspannung und Regeneration zuständig. Besonders geeignet zur Entspannungsförderung sind zum Beispiel Yoga- oder Atemübungen.

Sich den Träumen hingeben

Wenn wir dann einmal eingeschlafen sind, begeben wir uns wortwörtlich in eine Traumwelt. Das gelingt einfacher, wenn wir bereits vor dem Zubettgehen die Alltagssorgen hinter uns gelassen haben und uns auf die ruhige, erholsame Nacht mit tiefem Schlaf freuen. Denn war die Nacht gut, dann wird es bestimmt auch der Tag.